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Bieler Tagung 2026: Die Jungen im Fokus


Am 26. März hat in Biel wieder die Bieler Tagung der SKOS stattgefunden. Rund 350 interessierte Fachleute befassten sich mit den Fragen, wie die Sozialhilfe junge Erwachsene in prekären Lebenslagen unterstützen kann. Der Übergang ins Erwachsenenleben ist gerade für sie eine entscheidende Phase, die geprägt ist von zahlreichen Hürden beim Zugang zu Bildung, beruflicher Eingliederung, dem Umgang mit knappen finanziellen Mitteln und dem Aufbau eines eigenständigen Lebensprojekts. «Trotz vieler Angebote scheitern Hilfen an Hürden im System», sagte Prof. Dorothee Schaffner. Unterstützung für junge Menschen in prekären Lebenslagen müssen niederschwellig sein und die soziale Teilhabe und Lebensbewältigung ermöglichen. Vincent Delorme, Leiter der sozialberuflichen Integration, und Nadine Mudry, Leiterin des Bereichs Integration – Departement für sozialen Zusammenhalt, Kanton Genf stellten das Programm «Objectif jeunes» vor. Es setzt auf sportliche, künstlerische, kulturelle, digitale oder naturbezogene Aktivitäten, um die Wiedereingliederung von jungen Ausbildungsabbrecher:innen zu fördern. 

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SKOS-Richtlinien-Revision

Grosse Zustimmung zum Kinderzuschlag 

Die Ergebnisse der Vernehmlassung zur Revision der SKOS-Richtlinien zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen zeigen eine klare Zustimmung: Eine grosse Mehrheit der Teilnehmenden unterstützt die vorgeschlagenen Anpassungen. In den meisten Fällen liegen die Zustimmungswerte bei Kantonen, Sozialdiensten, Gemeinden und privaten Organisationen jeweils über 75 %.

Bei den geprüften Varianten spricht sich eine deutliche Zweidrittelmehrheit für die Lösung mit einem Zuschlag von CHF 50 pro Kind ab Geburt aus. Im neuen SKOS-Blog: «Die Sozialhilfe im Fokus» erklärt der SKOS-Geschäftsführer Markus Kaufmann das Ergebnis der Vernehmlassung.

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Plattform gegen Armut

Rat für Armutsfragen

ist komplett

Die Mitglieder des ersten Rates für Armutsfragen in der Schweiz sind gewählt. Der Rat hat die Aufgabe, die politische Teilhabe von armutserfahrenen Menschen zu stärken und innovative Lösungen zur Prävention und Bekämpfung von Armut zu fördern. Mit der Einsetzung des Rates für Armutsfragen tritt das Pionierprojekt zur dauerhaften Beteiligung von Menschen mit Armutserfahrung in eine neue Phase und setzt Impulse für die Armutspolitik in der Schweiz. Der Rat besteht aus zwölf armutserfahrenen Personen mit Stimmrecht und sechs Fachleuten mit beratender Stimme. Die Bündelung von Erfahrungswissen und fachlicher Expertise in einem Gremium ermöglicht die Entwicklung von konkreten Lösungsansätzen zur Armutsbekämpfung, die in der sozialen Realität verankert sind und dem politischen Kontext Rechnung tragen.

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Statistik

Ausgaben für armutsbekämpfende Leistungen

2024 entrichteten Bund, Kantone und Gemeinden 9,1 Mrd. Franken für armutsbekämpfende Sozialleistungen, was gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um 304 Mio. Franken (+3,4%) zu laufenden Preisen entspricht. Nach einem Rückgang in den Jahren 2022 und 2023 stiegen die Ausgaben inflationsbereinigt wieder auf ein ähnliches Niveau wie im Zeitraum 2019–2021.  Mit 5,9 Mrd. Franken bzw. 65% floss der grösste Teil der insgesamt 9,1 Mrd. in die Ergänzungsleistungen (EL) zur AHV/IV. An zweiter Stelle stand mit 2,6 Mrd. Franken bzw. 28,3% die wirtschaftliche Sozialhilfe. Die Ausgaben für die Sozialhilfe sanken zwischen 2017 und 2022 deutlich. 2023 und 2024 stiegen sie wieder leicht, blieben aber auf dem Niveau von 2014.

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Kanton Waadt

Sozialbericht 2026 zeigt

Rückgang der Armut

Der neue Sozialbericht des Kantons Waadt ist der dritte nach den Berichten aus den Jahren 2017 und 2011. Er analysiert die Lebenssituation der Waadtländer Bevölkerung zwischen 2012 und 2022 und bewertet die Auswirkungen der Sozialpolitik des Kantons. Er zeigt, dass die Armut in diesem Zeitraum zurückgegangen ist und dass die gewährten finanziellen Hilfen im Jahr 2022 dazu führen, dass sich die Armutsquote um zwei Drittel verringert. Auch nichtmonetäre Leistungen, insbesondere Projekte zur sozialen Begleitung, wirken sich positiv aus, indem sie einer Prekarisierung vorbeugen.

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Winterthur

Mit neuer Bildungsstrategie

gegen Armut

15% aller Winterthurer:innen zwischen 20 und 64 Jahren haben weder einen Lehrabschluss noch eine Maturität – und damit ein erhöhtes Risiko, auf Sozialhilfe angewiesen und von Armut betroffen zu sein. Dieser Anteil ist relativ hoch. Nun reagiert die Stadt mit einer neuen Bildungsstrategie. Sie umfasst drei Schritte. Erstens: Die Zielgruppen sollen über niederschwellige Informationen und Multiplikatoren wie Sozialdienste besser erreicht werden. Zweitens: Der Bildungsbedarf soll individuell abgeklärt und die betreffenden Personen sollen bei der Wahl des Bildungsangebots beraten werden. Drittens: Die betreffenden Personen sollen auf ihrem Bildungsweg begleitet und durch Arbeitsmarktstipendien für fachliche Weiterbildungen, Umschulungen oder Kurse in Grundkompetenzen unterstützt werden.

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Praxishilfe

Das erweiterte SKOS-Budget

Im Kontext der SKOS-Richtlinien bezeichnet das «erweiterte Budget» eine  erweiterte Berechnung des Existenzbedarfs, die über den normalen Grundbedarf hinausgeht. Das erweiterte SKOS-Budget kommt bei spezifischen Fallsituationen zur Anwendung und bezieht über den Grundbedarf hinaus weitere Einnahmen und/oder Ausgaben mit ein. Die aktualisierte Praxishilfe geht neu näher auf die Besonderheiten der Berechnung des Konkubinatsbeitrags bei gemeinsamen Kindern ein. Zudem enthält es für den Themenbereich Schulden einen Verweis auf die persönliche Hilfe und Schuldenberatung. Schliesslich erfuhr der Themenbereich Schuldentilgung im Bereich der Elternbeiträge Anpassungen.

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Kantone AG und SG

Keine Mehrheiten für Kürzung der Sozialhilfe

Die Sozialhilfe für Personen, die über zwei Jahre Hilfe beziehen, wird im Kanton Aargau nicht gekürzt. Die Aargauer Stimmbevölkerung hat die Initiative «Arbeit muss sich lohnen» mit 55 Prozent abgelehnt. Im Kanton St. Gallen hätte die Sozialhilfe gemäss einer Forderung der SVP bereits bei einem Bezug von mehr als elf Monaten gekürzt werden sollen. Die Fraktionen von FDP, Mitte-EVP und SP-Grüne-GLP lehnten die Motion jedoch bei der Beratung im Kantonsrat ab.

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Kanton Luzern

Wohnkosten in der Sozialhilfe

steigen an

Die Wohnkosten beanspruchen einen wachsenden Anteil der Sozialhilfebudgets im Kanton Luzern. Zwischen 2014 und 2023 sind sie teuerungsbereinigt um 5,6 Prozent angestiegen. Auch die Kosten für die medizinische Grundversorgung haben deutlich zugenommen. Im Asyl- und Flüchtlingsbereich ist die Sozialhilfequote bei den Asylsuchenden und den Personen mit Schutzstatus S rückläufig.

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Die SKOS sucht neue:n Geschäftsführer:in

Der Geschäftsführer der SKOS, Markus Kaufmann,  geht im März 2027 in Pension. Die Findungskommission startet nun die Suche für seine Nachfolge. Die Kommission wird von Christoph Eymann präsidiert. Weitere Mitglieder sind die Co-Vizepräsidentinnen Mirjam Ballmer und Claudia Hänzi sowie die Geschäftsleitungsmitglieder Thomas Michel und Caroline Knupfer. Interessierte können ihre Bewerbung bis 10. Mai einreichen.

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Sparmassnahmen: Kürzungen bei Bildung und Globalpauschalen

Das Parlament hat in der vergangenen Frühjahrssession beschlossen, die maximale Abgeltungsdauer der Globalpauschale des Bundes an die Kantone auf fünf Jahre zu verkürzen. Für vorläufig Aufgenommene wurde diese Pauschale bisher während 7 Jahren ausbezahlt, für Schutzbedürftige (Status S) sah das Gesetz bisher ein halbe Pauschale nach 5 Jahren vor, bei anerkannten Flüchtlingen gelten schon heute 5 Jahre. Die Bundesmittel für die Förderung der Grundkompetenzen und die Weiterbildung wurden um 20 Prozent gekürzt aber nicht gestrichen, wie es das Entlastungspaket 27 des Bundesrats vorgesehen hatte. 

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NE: Neuer Kinderzuschlag und Anpassung der Sozialhilfe

Gemäss den im  Bericht zur Reform der Sozialleistungen angekündigten Massnahmen hat der Staatsrat in Neuenburg einen Zuschlag pro Kind von 75 Franken pro Monat beschlossen. Zudem wurden die Freibeträge beim Einkommen angepasst, um die Erwerbstätigkeit von Sozialhilfebeziehenden zu fördern. Ferner wurde der Grundbedarf für den Lebensunterhalt angepasst. Dieser wird somit für eine alleinstehende von der Sozialhilfe unterstützte Person von 1031 auf 1061 Franken angehoben. Damit haben bis jetzt 21 Kantone die Leistungen an die aktuellen SKOS-Richtlinien angepasst. Die Massnahmen des Kantons Neuenburg treten bereits am 1. April 2026 in Kraft.

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Grundlagenpapier: Good Practice für Sozialdienste

Die SKOS setzt sich für eine professionelle und gut organisierte Sozialhilfe ein. Das Grundlagenpapier Good Practice für Sozialdienste soll Behördenmitgliedern und verantwortlichen Personen in Sozialdiensten als praktische Anleitung dienen, um den Organisationsmodus ihres Dienstes zu überprüfen und Ideen für mögliche Weiterentwicklungen für die Organisation und Führung aufzuzeigen. Es wurde nun auf der Basis des aktuellen Stands des Wissens angepasst und neu publiziert.

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Grundlagenpapier: Regionalisierung und Professionalisierung der Sozialhilfe

Angesichts der wachsenden Bedeutung der Sozialhilfe als Instrument der sozialen Sicherung sind an vielen Orten die Grenzen einer kommunal organisierten und finanzierten Sozialhilfe sichtbar geworden. Insgesamt lässt sich ein Trend zur Regionalisierung und Professionalisierung in der Sozialhilfe feststellen. Die SKOS liefert eine Auslegeordnung und Empfehlungen zum Thema in einem aktualisierten Grundlagenpapier.

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Studie BFH: Wer verzichtet auf Sozialhilfe?

Der Sozialstaat soll Armut verhindern. Doch ein beträchtlicher Teil der Anspruchsberechtigten verzichtet auf staatliche Unterstützung. Neue Analysen der BFH zeigen: Gerade besonders vulnerable Gruppen äussern die grössten Hemmungen gegenüber einem Sozialhilfebezug. Analysen der Berner Fachhochschule für einzelne Kantone zeigen, dass zwischen 25 und 40 Prozent der Anspruchsberechtigten keine Sozialhilfe beziehen. Auch das nationale Armutsmonitoring bezeichnet den Nichtbezug als zentrale Herausforderung.

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11. Juni - Mitgliederversammlung : Die Revision der Invalidenversicherung und ihre Auswirkung auf die Sozialhilfe

Der Bundesrat will bis Ende 2026 einen Entwurf für die nächste IV-Revision in die Vernehmlassung schicken. Es gibt bereits Vorschläge, wie die Probleme angegangen werden sollen. Ein Vorschlag der IV-Stellenkonferenz sieht vor, für Menschen unter 30 Jahren keine dauerhafte Rente mehr zu sprechen. Auf die Sozialhilfe hätte ein solcher Systemwechsel zweifellos Auswirkungen. An der MV 2026 werden die Vorschläge und Ideen für die anstehende IV-Revision vorgestellt und ihre Auswirkungen auf die Sozialhilfe diskutiert.

Informationen & Programm 

18. Juni - Prekäre Arbeit, prekäre Gesundheit: Wege aus neuen Formen sozialer Unsicherheit

Die 6. nationale Tagung «Gesundheit & Armut» der BFH untersucht die gesundheitlichen Folgen neuer Arbeitsverhältnisse und widmet sich der Frage, wie sich soziale Ungleichheiten in der Arbeitswelt erkennen und überwinden lassen. Flexibilisierung, Digitalisierung und Globalisierung haben neue, oft atypische Erwerbsformen hervorgebracht. Diese Entwicklungen beeinflussen auch die physische und psychische Gesundheit der Betroffenen. Die Tagung bietet Raum für wissenschaftliche Beiträge, gesundheits- und sozialpolitische Analysen sowie Praxisbeispiele aus Verwaltung und Zivilgesellschaft. 

Informationen & Programm 




SKOS
Monbijoustrasse 22
3000 Bern 14
Schweiz
031 326 19 19







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